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<channel><title><![CDATA[anthroposophy - Politik]]></title><link><![CDATA[https://www.anthroposophy.de/politik]]></link><description><![CDATA[Politik]]></description><pubDate>Mon, 22 Dec 2025 19:16:39 +0100</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Das Gegenteil der Sozialen Dreigliederung]]></title><link><![CDATA[https://www.anthroposophy.de/politik/das-gegenteil-der-sozialen-dreigliederung]]></link><comments><![CDATA[https://www.anthroposophy.de/politik/das-gegenteil-der-sozialen-dreigliederung#comments]]></comments><pubDate>Fri, 19 May 2023 18:12:59 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.anthroposophy.de/politik/das-gegenteil-der-sozialen-dreigliederung</guid><description><![CDATA[Eine hilfreiche Methode, um die Notwendigkeit der Sozialen Dreigliederung zu verstehen, ist darin gegeben, sich mit ihrem Gegenteil zu besch&auml;ftigen: das WEF.Das World Economic Forum vereint Kultur, Politik und Wirtschaft in einem Forum, und will eine globale Machtzentrale sein.&nbsp;Die Basis des Ganzen ist Geld. Wichtig beim Geld ist nicht wieviel Geld man absolut hat, sondern dass man stets mehr hat als der Gegner. Geld verleiht die Macht, andere f&uuml;r ihre Arbeit bezahlen zu k&ouml;nn [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Eine hilfreiche Methode, um die Notwendigkeit der Sozialen Dreigliederung zu verstehen, ist darin gegeben, sich mit ihrem Gegenteil zu besch&auml;ftigen: das WEF.<br /><br />Das World Economic Forum vereint Kultur, Politik und Wirtschaft in einem Forum, und will eine globale Machtzentrale sein.&nbsp;<br /><br />Die Basis des Ganzen ist Geld. Wichtig beim Geld ist nicht wieviel Geld man absolut hat, sondern dass man stets mehr hat als der Gegner. Geld verleiht die Macht, andere f&uuml;r ihre Arbeit bezahlen zu k&ouml;nnen. Diese Macht ist aber nicht im Geld selbst enthalten, sondern nur in der ungleichen Verteilung des Geldes. G&auml;be es eine gerechte Verteilung des Geldes, dann w&uuml;rde das Geld als ausgleichender Mechanismus positiv wirken k&ouml;nnen: Wer weniger Geld hat, k&ouml;nnte sich durch Arbeit mehr Geld verdienen und die Ungleichheiten ausgleichen. Es best&uuml;nden jedoch weiterhin die Probleme, dass gewisse Arbeiten mehr wert sind als andere, dass nicht alle Menschen unter denselben Voraussetzungen geboren sind, und dass nicht jeder dieselben F&auml;higkeiten hat. Ungleichheiten sind also unvermeidbar, aber gleichzeitig auch die Basis der Zusammenarbeit. W&uuml;rden alle dasselbe tun wollen, dann g&auml;be es keine Volkswirtschaft. Es geht also gar nicht darum, Ungleichheiten aus der Welt zu schaffen, sondern darum, einen Mechanismus zu haben, der diese Ungleichheiten in Richtung gerechte Verteilung korrigieren k&ouml;nne. Dieser Mechanismus ist prim&auml;r die freie Marktwirtschaft, die darin besteht, dass Menschen f&uuml;r ihre Leistung bezahlt werden, und dass es keine andere M&ouml;glichkeit gibt, um an Geld zu kommen. Will man die Ungerechtigkeiten dar&uuml;ber hinaus noch weiter ausgleichen, dann kann man zu dieser Form des Geldes, das f&uuml;r Arbeit bezahlt wird, sekund&auml;r noch andere Formen des Geldes schaffen. Die sekund&auml;ren Geldformen, wie Schenkgeld oder Leihgeld, d&uuml;rfen aber nicht aus dem Nichts geschaffen werden, sondern m&uuml;ssen aus dem prim&auml;ren Geld hervorgehen. W&uuml;rde man dies nicht beachten, dann entst&uuml;nde Geld ohne Gegenwert. Genau dies ist aber die Basis jener M&ouml;chtegern-Elite von Davos.<br /><br />Solange Geldsch&ouml;pfung noch an Gegenwerte gebunden ist, ergeben sich gewisse Schwierigkeiten bei der Kapitalbildung, welchen allen Konkurrenten gemeinsam ausgesetzt sind. Dadurch wird vermieden, dass eine Gruppe immer den Vorteil &uuml;ber alle anderen habe. Ein gewisser Pluralismus wird demnach vom System selbst garantiert. Hingegen wird dieser regulative Mechanismus ausgeschalten, sobald Geld aus dem Nichts geschaffen wird, wie es die privaten Zentralbanken tun. Selbstverst&auml;ndlich ist die Basis der Zentralbanken durchaus in der echten Wirtschaft zu suchen, denn niemand kann von heute auf morgen entscheiden, Geld aus dem Nichts zu schaffen. Doch die Geldsch&ouml;pfung ist geschichtlich durch die Zentralbanken von der Realwirtschaft abgekoppelt worden. Die katastrophalen Folgen entstehen aber erst dadurch, dass man das FIAT-Geld &auml;u&szlig;erlich nicht vom echten Geld unterscheiden kann. Wer Zugang zum FIAT-Geld erlangt, der hat dadurch stets mehr Geld als selbst der Reichste, der f&uuml;r sein Geld Leistung bringen musste. Es scheint verst&auml;ndlich, dass der Zugang zu dieser unendlichen Kreditkarte des FIAT-Geldes an strenge Bedingungen gebunden sein muss. Diese Kreditkarte gibt Anrecht zur Ausbeutung der Arbeitskraft aller arbeitenden Menschen. Ganz ungeheuere Mengen an Arbeitskraft werden auf diese Weise vernichtet. Ohne solche Vernichtung w&uuml;rde die Menschheit bereits in einem unvorstellbaren Wohlstand leben. Sieht man jedoch den Wohlstand weiterhin darin begr&uuml;ndet, dass ein Mensch &uuml;ber den anderen herrschen kann, dann k&ouml;nnte allgemeiner Wohlstand niemals ein vern&uuml;nftiges Ziel sein. Echter allgemeiner Wohlstand w&uuml;rde hingegen eine ganz neue Herausforderung an die Menschheit stellen, mit welcher wir uns allerdings bis jetzt, &ldquo;Dank&rdquo; der Machteliten aller Epochen, noch niemals zu konfrontieren hatten. Wohlstand wurde stets nur in beschr&auml;nkten Kreisen verwirklicht - ein allgemeiner Wohlstand hingegen w&uuml;rde unsere moralischen F&auml;higkeiten extrem auf die Probe stellen. Je mehr der Mangel aus der Welt verschwindet, desto akuter wird n&auml;mlich das Problem: WER <em>soll WAS tun?</em> Mindestens 2 Charakterfehler, welche die meisten Menschen in gewissem Grade haben, w&uuml;rden durch einen allgemeinen Wohlstand ganz besonders hervortreten: Faulheit und Gier. Beide werden im Zustand des allgemeinen Mangels gez&uuml;gelt. Beide werden korrigiert durch die Geldnot. Es m&uuml;sste zusammen mit dem allgemeinen Wohlstand also auch kulturell ein Fortschritt geschehen. Die Menschen m&uuml;ssten den Sinn der Arbeit verstehen lernen und ein br&uuml;derliches Verh&auml;ltnis zu ihren Mitmenschen entwickeln. Nicht ganz zu Unrecht glaubt die M&ouml;chtegern-Elite nicht an die M&ouml;glichkeit eines solchen kulturellen Fortschrittes, nicht zuletzt deshalb, weil sie von sich selbst auf andere schlie&szlig;en. Es scheint ihnen also berechtigt, sich &uuml;ber die Massen erheben zu wollen. Warum sie selbst nicht zu jenen Massen geh&ouml;ren, das rechtfertigen sie jedoch nicht mit einer &uuml;berdurchschnittlichen Leistungsf&auml;higkeit, sondern vielmehr mit ihrer Unterwerfung unter ein menschenfeindliches Weltbild, das ihnen selbst eine vorteilhafte Position verspricht. Diese Unterwerfung unter das Prinzip der Unmenschlichkeit m&uuml;ssen sie dadurch beweisen, dass sie sich besonders r&uuml;cksichtslos gegen&uuml;ber ihren Mitmenschen verhalten. Sie m&uuml;ssen systematisch l&uuml;gen und viele andere Verbrechen begehen, um Zugang zur endlosen Kreditkarte zu erhalten. Ihr Zugang zur Quelle des Falschgeldes ist dabei direkt proportional zu ihren verbrecherischen T&auml;tigkeiten.&nbsp;<br /><br />Auf der Basis einer solchen kriminellen Kreditverteilung baut also das WEF seine Weltmacht auf.&nbsp;<br />Stets mehr Zugang zu Geld zu haben als die Konkurrenten, ist das Fundament des Globalismus. Doch k&ouml;nnte das nicht gen&uuml;gen, weil Geld allein, selbst unter Mangelverh&auml;ltnissen, nicht soviel Macht hat, wie viele glauben, die selbst kein Geld besitzen. Bezahlung ist kein Mittel, das einem die Ausf&uuml;hrung einer Arbeit garantiert. Das Geld allein ist beschr&auml;nkt in seiner Macht, weil es auf viele Widerst&auml;nde sto&szlig;en kann, wie: extreme Faulheit, Inflation, gesetzliche Grenzen, Idealismus.&nbsp;<br /><br />Wer extrem faul ist, der arbeitet auch nicht f&uuml;r viel Geld. F&uuml;r Arbeit immer mehr Geld zu bieten, ist ebenso keine L&ouml;sung, weil dadurch Inflation entsteht. Es ist daher f&uuml;r die Eliten eine fundamentale Regel, dass sie mit ihrem Geld sparsam umgehen m&uuml;ssen. W&uuml;rden sie das nicht tun, verl&ouml;re das Geld dadurch seine Anziehungskraft. Es n&uuml;tzt ihnen also nichts, dass sie unendlich viel Geld haben, weil sie dieses Geld nicht tats&auml;chlich ausgeben d&uuml;rfen. Die Menge an Falschgeld, die jeder besitzt, ist vielmehr ein Statussymbol f&uuml;r seine Position im System der unendlichen Kreditkarte. Es muss demnach zur Anziehung des Geldes noch mindestens ein Druckmittel hinzukommen, wenn man Macht aus&uuml;ben will. Dieses Druckmittel erh&auml;lt man &uuml;ber die Manipulation der Gesetzgebung, selbstverst&auml;ndlich wiederum mit der Methode der gezielten Falschgeldverteilung. Die Politik und Rechtssprechung wird ins Machtsystem des FIAT-Geldes mit einbezogen. Hat man Geld und Politik und Rechtsleben unter einem Dach vereint, dann ist man schon einen guten Schritt vorn gekommen. Was dann noch fehlt, ist die Kontrolle &uuml;ber die &ouml;ffentliche Meinung. Das Einzige, was die eigene Macht n&auml;mlich dann noch behindern k&ouml;nnte, w&auml;re Widerstand aus ideologischen Gr&uuml;nden. Jeder Mensch, egal wie arm und entrechtet, kann n&auml;mlich aus ideologischen Gr&uuml;nden zu einem extrem widerstandsf&auml;higen St&ouml;rfaktor werden. Damit die Anziehung des Geldes und der Zwang des Gesetzes alles so regeln, dass die Vorteilsposition der M&ouml;chtegern-Eliten sich konsolidiert, ist hinzu noch n&ouml;tig, das Kulturleben zu kontrollieren. Es muss der Gro&szlig;teil der Menschen einverstanden mit den bestehenden Machtverh&auml;ltnissen sein. Je mehr nun diese Machtverh&auml;ltnisse in Richtung absolute Ungerechtigkeit streben, so wie es z.B. vom WEF geplant wird, desto mehr ist T&auml;uschung und Unwahrheit in Bildungswesen und Wissenschaft und Medien eine fundamentale Notwendigkeit. H&auml;tte man erst mal all diese drei Bereiche unter Kontrolle, dann g&auml;be es nur noch ein einziges Hindernis: das Milit&auml;r. Ironischerweise st&ouml;&szlig;t der Globalismus, der seine Macht auf der Geldsch&ouml;pfung aufbauen will, auf jenes Machtsystem, welches bisher immer die Welt regiert hat: die Macht der Waffen. Nicht beim Volk st&ouml;&szlig;t er an eine bedrohliche Grenze, sondern beim Milit&auml;r. Die urspr&uuml;ngliche Symbiose mit dem Milit&auml;r muss dann ins Wanken geraten, sobald die M&ouml;chtegern-Elite versucht, das Milit&auml;r in eine sekund&auml;re Position zu verdr&auml;ngen.&nbsp;<br /><br />Das Milit&auml;r, als Vertreter der vorangehenden absoluten Machtstruktur, kann jedoch beim Volk nicht automatisch auf Sympathie hoffen. Was das WEF jetzt erst noch erreichen will, ist durch das Milit&auml;r in der Vergangenheit schon vielfach erreicht worden. Es ist also nicht einfach f&uuml;r das Milit&auml;r, sich auf der Seite der menschenfreundlichen Revolution&auml;re zu positionieren, da es institutionell selbst die brutalste Macht verk&ouml;rpert. Die M&ouml;chtegern-Elite wei&szlig; das und hat darum das Milit&auml;r systematisch diskreditiert. Um das Volk auf seine Seite zu bringen, muss das Milit&auml;r einen nie gesehenen Propaganda-Feldzug veranstalten. Doch f&uuml;r den Besitzer extremster Gewalt h&auml;ngt solches nur von einer Entscheidung ab. Hat das Milit&auml;r sich erst einmal von der Notwendigkeit &uuml;berzeugt, auf der Seite des Volkes zu stehen, dann ist es theoretisch unaufhaltbar.&nbsp;</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Von der Monarchie zur Polyarchie]]></title><link><![CDATA[https://www.anthroposophy.de/politik/von-der-monarchie-zur-polyarchie]]></link><comments><![CDATA[https://www.anthroposophy.de/politik/von-der-monarchie-zur-polyarchie#comments]]></comments><pubDate>Sun, 26 Dec 2021 08:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.anthroposophy.de/politik/von-der-monarchie-zur-polyarchie</guid><description><![CDATA[Allgemein gibt es in der Politik eine Entwicklung von der Monarchie zur Polyarchie. Es h&auml;ngt diese Entwicklung mit dem Individualisierungsprozess des Menschen zusammen.&nbsp;Der Individualisierungsprozess des Menschen l&auml;uft auf zwei Ebenen gleichzeitig ab. Die erste Ebene ist das Leben der Seele, angebunden an den menschlichen Gattungsleib, w&auml;hrend der Inkarnation. Der Gattungsleib, als Mikrokosmos, individualisiert die menschliche Seele tempor&auml;r, von Geburt bis Tod, w&auml;h [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph">Allgemein gibt es in der Politik eine Entwicklung von der Monarchie zur Polyarchie. Es h&auml;ngt diese Entwicklung mit dem Individualisierungsprozess des Menschen <span>zusammen</span>.&nbsp;<br /><br />Der Individualisierungsprozess des Menschen l&auml;uft auf zwei Ebenen gleichzeitig ab. Die erste Ebene ist das Leben der Seele, angebunden an den menschlichen Gattungsleib, w&auml;hrend der Inkarnation. Der Gattungsleib, als Mikrokosmos, individualisiert die menschliche Seele tempor&auml;r, von Geburt bis Tod, w&auml;hrend des Wachzustandes. Der aus der Inkarnation resultierende egozentrische Blickpunkt erzeugt eine potenziell einzigartige, pers&ouml;nliche Weltvorstellung. Die potenzielle Einzigartigkeit des pers&ouml;nlichen Standpunktes ist der erste Anlass zur Individualisierung der Empfindungsseele.&nbsp;<br /><br />Solange das Erleben der Inkarnation noch innerhalb einer Gruppenseelenhaftigkeit stattfindet, kann diese Einzigartigkeit auch nur beschr&auml;nkt empfunden werden. Dort, wo das Leben sich nur als Gruppenseele manifestiert, wie beim Tier, kann sie gar nicht empfunden werden. Die Gruppenseelenhaftigkeit des Menschen wird durch die Blutsgemeinsamkeiten aufrechterhalten, die zwischen den Gattungsleibern innerhalb derselben Rasse, desselben Volkes und derselben Familie bestehen. Die Aufspaltung in verschiedene Rassen, V&ouml;lker und Familien war der Ursprung des naturgegebenen Individualisierungsprozesses gewesen.&nbsp;<br /><br />Das naturgegebene, pers&ouml;nliche Seelenleben des Menschen ist immer eine Mischung aus einzigartigem Seelenleben und Gruppenseelenleben. Das einzigartige Erleben ist dabei ausschlie&szlig;lich an den aktuellen Gattungsleib gebunden, es kann jenseits dieses Gattungsleibes, also nachtodlich, keine Dauer haben. Obwohl die nur naturgegebene, menschliche Individualisierung w&auml;hrend der Inkarnation durchaus eine Wirklichkeit ist, bleibt hier, wie auch beim Tier, nach dem Tod nichts von diesem verg&auml;nglichen Individualit&auml;tszustand zur&uuml;ck, au&szlig;er einem karmischen Zusammenhang. Aus diesem Grund unterscheidet sich die alte &ouml;stliche Inkarnationslehre von der neuen Inkarnationslehre. Die alte &ouml;stliche Inkarnationslehre, die sich bis ins 13. Jahrhundert noch rechtfertigen lie&szlig;, musste nur mit dem naturgegebenen Individualisierungsprozess rechnen. Von einer Wiedergeburt der Individualit&auml;t selbst zu sprechen, konnte damals noch keinen Sinn ergeben. Der Zusammenhang zwischen einer Inkarnation und der n&auml;chsten konnte nur karmisch betrachten werden. Es war darum damals auch noch denkbar, dass eine Seele nicht als Mensch wiedergeboren werden k&ouml;nnte.&nbsp;<br /><br />Der naturgegebene pers&ouml;nliche Standpunkt kann erst dann zu einer dauerhaften Individualisierung f&uuml;hren, wenn ihm von Geist her Dauerhaftigkeit gegeben wird. Dieser Prozess beginnt, sobald die sich individualisierende Weltempfindung auch von eigenem Nachdenken begleitet wird. Erst wenn die Verstandesseele beginnt, die individuellen Erfahrungen nachdenkend zu verarbeiten, erh&auml;lt der Individualisierungsprozess ein geistgegebenes Element, und kann deshalb Dauer haben. Diese M&ouml;glichkeit war zum ersten Mal im antiken Griechenland gegeben, weshalb es seither Sinn macht, von der Reinkarnation eines individuellen seelischen Elementes zu sprechen.&nbsp;<br /><br />Beim Nachdenken, das sp&auml;ter noch zu einem Selbst-Denken werden kann, folgt die Seele einerseits, passiv-erleidend, den gedanklichen Zusammenh&auml;ngen, welche ihr durch ihre Weltvorstellung aufgedr&auml;ngt werden, anderseits muss sie auch aktiv die Denkgesetze selbst ergreifen, wenn sie eine gewisse Unabh&auml;ngikeit von den vorgegebenen Umst&auml;nden erlangen will. Die Verstandesseele lernt, auch &uuml;ber Zusammenh&auml;nge nachzudenken, die &uuml;ber ihr individuelles Erleben hinausgehen. Dadurch ger&auml;t sie in einen &uuml;berpers&ouml;nlichen Bereich, dem zun&auml;chst die Lebensf&uuml;lle des nat&uuml;rlichen Lebens fehlen muss. Indem die Verstandesseele den Spuren der Logik folgt, verliert sie sich in einem sehr schattigen Geistesleben: dem theoretischen, abstrakten Denken. Das abstrakte Denken ist deshalb schattig, weil es die Gedanken, obwohl bereits direkt vom Geist kommend, noch nicht wirklich selbst denken kann. Die Seele ist noch nicht der Denker selbst, sonderst zun&auml;chst nur der Verarbeiter des Denkens, der Nachdenkende. Trotzdem geht diese Arbeit der Verstandesseele bereits &uuml;ber das reine Naturempfinden der Empfindungsseele hinaus. Die Seele &ouml;ffnet sich hierbei bereits Impulsen, die nicht nur von den Sinneserfahrungen des in der Natur lebenden Geistes herr&uuml;hren, sondern die &uuml;ber das Denken direkt vom Geist in die menschliche Seele hineinstrahlen. Damit die Seele &uuml;berhaupt diese Kraft des direkt in sie hineinstrahlenden Geistes bemerken konnte, hatte sie zuvor die Geistwahrnehmung in den Naturerscheinungen stufenweise verlieren m&uuml;ssen. Bei unbefangenener Betrachtung erlebt die Verstandesseele erlebt das Denken als k&ouml;rperfreies Sinneserlebnis: sie denkt nach und weiss sich dabei au&szlig;erhalb des Leibes. Sie weiss aber auch, dass die Gedanken ihr genauso zukommen wie die anderen leiblichen Sinneserfahrungen, sie ist sich bewusst, die Gedanken nicht selbst zu produzieren. Im Antiken Griechenland konnte die Seele diesbez&uuml;glich noch nicht in Verwirrung geraten, weil damals das kosmische Denken, unter der Leitung des Erzengels Michaels, noch nicht auf die Erde hinuntergesunken war. Letzeres geschah ab dem 8., 9. Jahrhundert und erst dann wurde es m&ouml;glich, dass eine Seele den Eindruck erlangen konnte, sie habe Gedanken selbst produziert. Dieser irrt&uuml;mliche Eindruck entsteht aufgrund der seither freien Verf&uuml;gbarkeit aller Gedanken. Die Gedanken wehren sich nicht mehr, auch wenn sie falsch nachgedacht werden. Doch sogar heute k&ouml;nnte niemand bei ernsthafter Selbstbeobachtung zum Schluss kommen, seine Gedanken w&auml;ren ein Produkt seinen physischen Gehirns. Diese weitverbreitete Meinung ist rein abstrakt und wird g&auml;nzlich unreflektiert durch die naturwissenschaftlich basierte Schulerziehung aufgenommen.&nbsp;<br /><br />Das Herabsinken des kosmischen Denkens konnte nur deshalb geschehen, weil der kosmische Denker selbst als Jesus Christus Erdenmensch geworden war. Der Denker der Natur, der Logos, hat sich seither mit der Natur selbst verbunden. Das denkende Prinzip des Ich-bin ist seither Teil der naturgegebenen Weltvorstellung. Indem die menschliche Seele es zul&auml;sst, den Logos in ihr Empfindungsleben aufzunehmen, wird der Ich-bin zu einem neuen Element ihres Individualisierungsprozesses. Das denkende Prinzip selbst kann jetzt w&auml;hrend des Nachdenkens im Menschen gegenw&auml;rtig sein, der Mensch kann somit potenziell selbst zum Denker werden. Der Individualisierungsprozess wird durch die Gegenwart des Christus zu mehr, als es der rein naturgegebene Individualisierungsprozess jemals sein konnte. W&auml;hrend es beim letzteren um eine Abspaltung des Einzelnen vom Ganzen ging, dreht es sich jetzt darum, dass das Ganze im Einzelnen zur Wirklichkeit werde. Der Einzelmensch soll selbst zum Ganzen werden. Geschehen kann das aber nur, wenn der Ich-bin im Einzelnen zum Denker der Gedanken wird. Dieses neue Denken, das mehr als nur das Nachdenken der Verstandesseele ist, gebiert eine neue Fakult&auml;t der Seele, die Bewusstseinsseele. Dieser neue Zustand zeichnet sich dadurch aus, dass der Denker des Denkens beginnt, selbst als Ich in der Seele wirksam zu werden, wodurch das bisher nur verstandesm&auml;&szlig;ig erfasste Ich-Bewusstsein zu einer lebendigen Wirklichkeit wird. Das individuelle Denken befreit sich hierbei von seinem Schattendasein und wird zu einem lebensvollen Denken. Allerdings geschieht dies synchron,&nbsp; - wenn auch nicht mit derselben Geschwindigkeit -, in vielen sich individualisierenden Seelen. Es entsteht dadurch also ein ganz neues Problem im Individualisierungsprozess: jeder Einzelne wird potenziell zum Ich aller Anderen. Was vor Golgatha als Christus-Prinzip au&szlig;erhalb der Natur herrschte, hat sich existenziell mit den, die Seelen individualisierenden, Naturbedingungen verbunden.&nbsp;<br /><br />Diese kosmische Ver&auml;nderung spiegelt sich auch im politischen Leben wieder. W&auml;hrend es in alten Zeiten nat&uuml;rlich war, monarchische Regierungsformen zu bilden, indem man die Bedingungen der geistigen Welt auf der Erde nachahmte, kann dies seit Golgatha nicht mehr als selbstverst&auml;ndlich gelten. Die neuen Bedingungen verlangen nach einer Polyarchie, nach einem Zusammenleben in Liebe, von vielen sich individualisierenden Menschen. Ein Mensch, der sich auf dem Weg befindet, eine eigene Welt zu werden, kann sich immer weniger mit nat&uuml;rlichen Banden, die nur Gleiches mit Gleichem verbinden k&ouml;nnen, mit seinen Mitmenschen vereinen. Er muss lernen, sich dem Anderen geistig zu &ouml;ffnen, und dasselbe seelische Interesse, das er f&uuml;r seine eigene Welt hat, auch den anderen Welten zu widmen. Es muss lernen, den Anderen zu lieben wie sich selbst. W&uuml;rde er sich nur individualisieren, ohne gleichzeitig die F&auml;higkrit der Liebe zu erlernen, dann w&uuml;rde ihm ein schweres Mi&szlig;geschick widerfahren: er m&uuml;sste letztendlich auch sich selbst verlieren.&nbsp;<br /><br />Ein Mensch, der nicht lieben kann, k&ouml;nnte aber niemals eine vollst&auml;ndige Individualit&auml;t werden. Da es in allen Menschen derselbe Ich-bin ist, der sich individualisiert, kann kein Mensch, der sich nicht in Liebe mit allen anderen Menschen, die sich ebenfalls individualisieren, verbindet, jemals ein vollst&auml;ndiges Ich sein. Es ist darum ganz undenkbar, sich auf andere Weise zu individualisieren, als liebend. Trotzdem gibt es gen&uuml;gend Versuche in anderen Richtungen. Das Problem entsteht dadurch, dass sobald der Individualisierungsprozess einsetzt, auch schon der Egoismus, also die Abtrennung der Einzelwesen voneinander, da ist. In der Natur zeigt sich das zum ersten Mal ganz deutlich bei den fleischfressenden Tieren. Man kann die Natur zwar romantisieren, indem man von der einer gro&szlig;en Harmonie spricht, es bleibt jedoch die harte Tatsache bestehen, dass ein Tier das andere fressen muss, um zu &Uuml;berleben. Bei der Menschheit hat dieses auftrennende Prinzip hinzu noch zu dem gef&uuml;hrt, was man Krieg nennt. Solange nun die Kriege nur zwischen jenen gef&uuml;hrt wurden, die verschiedenen Gruppierungen angeh&ouml;rten, bewegte sich die Menschheit, trotz aller Kriege, noch immer innerhalb der Grenzen einer romantisierbaren gro&szlig;en Harmonie. Es waren die Kriege fr&uuml;her auch kulturell n&ouml;tig, um den erw&uuml;nschten Individualisierungsprozess voranzutreiben. Als aber die Menschen begannen, sich auch innerhalb einer gemeinsamen Gruppierung, wie der eines Staates, nicht mehr einigen zu k&ouml;nnen, da kam zum ersten Mal im politischen Bereich die Idee einer Polykratie auf.&nbsp;<br /><br />Als Vorreiter in der Entwicklung der Verstandesseele wurde das Alte Athen somit auch zum Erfinder der Demokratie. Der sich damals bereits intensivierende Individualisierungsprozess machte es notwenig, das alte monarchische System durch ein neues System zu ersetzen, welches mit der wachsenden Individualisierung rechnete. Man erkannte gleichzeitig, dass die starke, neuartige Individualisierung nicht etwa ein allgemeines menschliches Ph&auml;nomen sei, sondern nur eine direkte Folge des Athener Kulturlebens. Es waren darum, neben anderen Motiven, von der Athener Demokratie alle jene ausgeschlossen, welche nicht an diesem Kulturleben teilnehmen konnten, eben weil sie keine athenischen B&uuml;rger waren. Die Demokratie etwa auch auf alle eroberten V&ouml;lker auszuweiten, w&auml;re den Athenern nie in den Sinn gekommen.&nbsp;<br /><br />W&auml;hrend es bei der alten Demokratie eines Perikles allein darum gehen konnte, die unkontrollierbar werdenden Egoismen zu b&auml;ndigen, h&auml;tte ein echtes Christentum sich zum begeisterten Verfechter des demokratischen Prinzipes machen m&uuml;ssen, da seit Christus eine Polyarchie nicht mehr nur als notwendige&nbsp; B&auml;ndigung zerst&ouml;rerisches Egoismen angesehen werden sollte, sondern als berechtiger Ausdruck der menschlichen Entwicklung hin zur individuellen Ganzheit. Genau das Gegenteil ist hingegen geschehen. Die Kirche, welche die Brisanz des demokratisierenden Christus-Impulses erkannte, der alle bisherigen Machtstrukturen in Frage stellen musste, tat alles ihr M&ouml;gliche, um den alten Monarchiegedanken zu erneuern. Nachdem sich also zuerst das alte r&ouml;mische Machtgewebe einige Jahrhunderte lang, brutal gegen die Christen vorgehehend, dagegen gewehrt hatte, den neuen Christus-Gott in seine bestehende Vorstellungswelt aufzunehmen, weil Er ihnen zun&auml;chst ganz unbrauchbar schien, um bestehende, auf Egoismus aufgebaute, politische Strukturen zu st&uuml;tzen, machte Kaiser Konstantin offiziell den Anfang damit, den Christus, in seiner Ausnahmerolle als Einziger Gottessohn und somit als perfekte politische Rechtfertigung f&uuml;r eine absolute Monarchie, in diesem Fall des ostr&ouml;mischen byzanthinischen Reiches, wertzusch&auml;tzen. Mit ein wenig Verz&ouml;gerung, folgte man diesem Beispiel dann auch in Rom selbst und gr&uuml;ndete, nach Ende des klassischen R&ouml;mischen Reiches, den Vatikan als Kirchenstaat, der sich die gesamte, vom R&ouml;mischen Reich &uuml;brig gebliebene, Infrastruktur aneignete. Die Idee der Demokratie verschwand somit f&uuml;r ca 1400 Jahre fast restlos aus der Geschichte. Ebenso tat man alles M&ouml;gliche, um die neue, im Geiste Christi gr&uuml;ndende, Individualisierungsm&ouml;glichkeit zu unterdr&uuml;cken. Das monarchische Prinzip wurde also bis ins 19. Jahrhundert wieder als das einzig M&ouml;gliche gehandelt - als ob es niemals ein Altes Athen gegeben h&auml;tte.&nbsp;<br /><br />&Auml;hnlich wie beim Ende des Antiken Roms, kam es jedoch auch hier zu einem Endpunkt eines langj&auml;hrigen Machtrausches, an dem man sich auf etwas Neues besinnen musste, falls man die eigenen Positionen weiterhin sch&uuml;tzen wollte. Wachger&uuml;ttelt durch die Amerikanische Freiheitserkl&auml;rung 1776, und der daraus resultierenden Amerikanischen Republik, gefolgt durch die Franz&ouml;sische Revolution, welche ebenso die alten Strukturen ersch&uuml;tterte, begann man auch im restlichen Europa, das demokratische Prinzip erneut als Machtform in Betracht zu ziehen. Immer wieder tendierte man dabei zum bew&auml;hrten monarchischen Prinzip zur&uuml;ck, welches sich ja sogar bis heute offiziell gehalten hat, wenn auch, vorgeblich, nur als F&ouml;rmlichkeit. Offizielle Begeisterung f&uuml;r die Idee der Modernen Demokratie sah man von Seiten der Eliten aber erst nach dem 2. Weltkrieg aufkommen, nachdem man sich in den vorangehenden Jahrzehnten gr&uuml;ndlich ausgedacht hatte, wie man die Idee der Demokratie genauso benutzen k&ouml;nnte, wie die Kirche das Christentum.&nbsp;<br /><br />Was die Einf&uuml;hrung der modernen Demokratie letztendlich notwendig machte, war die Einsicht, dass es schlicht nicht mehr gen&uuml;gend Menschen gab, bei denen jener egoistische Individualisierungsprozess, der durch die Verstandesseele ausgel&ouml;st wird, noch gar nicht begonnen habe. Mit einigen Jahrhunderten Versp&auml;tung nach dem Ende des ca 2100 j&auml;hrigen Zyklus der Verstandesseelenentwicklung (1413), waren nunmehr die meisten Seelen soweit, dass sie, zumindest potenziell, &uuml;ber ihr eigenes Leben reflektierend nachdenkend konnten. Dabei hat sicherlich auch die industrielle Revolution eine gro&szlig;e Rolle gespielt, aber in erster Linie das gesamte, extrem materialistische, Kulturleben des 19. Jahrhunderts.<br /><br />Das Problem der Machteliten ergab sich also aus dem relativ leicht beobachtbaren Umstand, dass die <span>explosive&nbsp;</span>Wucht des Egoismus bereits bei sehr schwach individualisierten Menschen vorhanden sein kann. Sobald ein Mensch beginnt, ein wenig &uuml;ber sein eigenes Leben nachzudenken, wird er dadurch zu einem potenziellen Revolution&auml;r.&nbsp;<br /><br />Einerseits w&uuml;rde der, erst im Beginne seiner Individualisierung stehende, Mensch zwar gerne weiterhin fremden Autorit&auml;ten folgen - da er ja noch viel zu wenig Autonomie in sich selbst finden kann -, andererseits hat er jedoch bereits genug egoistisches Selbstwertgef&uuml;hl, um sich jederzeit berechtigt zu f&uuml;hlen, zu entscheiden, wer und was als Autorit&auml;t zu gelten habe. Er ordnet sich also noch gerne einem H&ouml;heren unter, m&ouml;chte aber dabei selbst mitbestimmen, was das H&ouml;here sei. Nun weiss jedoch jeder, der bereits in irgendeiner Hinsicht gesellschaftlich ein wenig h&ouml;her steht, dass dieser Wunsch nur seltenst erf&uuml;llt werden kann, selbst wenn derjenige, der die Autorit&auml;t hat, den guten Willen dazu bes&auml;&szlig;e. Denn das H&ouml;herstehen bringt ja auch mit sich, die gesamte Sachlage einer Situation von einem anderen Blickwinkel aus betrachten zu k&ouml;nnen. Der Wunsch, von unten her das H&ouml;here bestimmen zu wollen, ist typisch f&uuml;r den noch ganz unreifen Egoismus. Der reifere Egoist kommt bereits dazu, aus seinen bisherigen Erfahrungen auf zuk&uuml;nftige Erfahrungen r&uuml;ckschlie&szlig;en zu k&ouml;nnen: weil er sich unter Umst&auml;nden daran erinnern kann, wie er selbst, als er noch gesellschaftlich, beruflich oder in seiner Bildung weiter unten gestanden war, gewisse Zusammenh&auml;nge nicht hatte verstehen k&ouml;nnen, hat er weniger innerem Widerstand anzuerkennen, dass ihm vielleicht auch jetzt jenes, was &uuml;ber ihm steht, ebenso nicht verst&auml;ndlich sein k&ouml;nnte. Durch die vorhersehbaren Lebensbedingungen des modernen Nationalstaates musste jedoch die gro&szlig;e Masse der unreifen Egoisten unweigerlich zur einer absoluten Mehrheit werden, weshalb es f&uuml;r die Eliten zur absoluten Notwendigkeit wurde, ein neues politisches System zu inaugurieren, bei dem all den nicht wirklich Entscheidungsf&auml;higen der &uuml;berzeugende Eindruck vermittelt w&uuml;rde, sie d&uuml;rften trotzdem alle politisch mitentscheiden. Man l&ouml;ste dieses Dilemma mittels der systematischen L&uuml;ge und der Geheimhaltung der wahren Machtverh&auml;ltnisse, worin man ja bereits aus vorigen Machtsystemen eine gro&szlig;e Expertise angesammelt hatte. Es handelte sich demnach nur um eine Metamorphose des status quo. Mit solchen klar definierten Intentionen schuf man die moderne Demokratie und den modernen Rechtsstaat als attraktive neue H&uuml;lle um ein altes, seit Jahrhunderten bestehendes, Machtsystem herum.&nbsp;<br /><br />Innerhalb der Machteliten wird leider stets nur der halbe Aspekt des Individualismus anerkannt: Was sie am Egoismus anerkennen, ist allein das abspaltende Element, jene Kraft, die den Teil vom Ganzen abtrennt. Darin sehen sie den Ursprung ihrer Freiheit, das zu tun, was ihren Egoismus befriedigt. &nbsp;&nbsp;Aufgrund der relativ hohen Entwicklungsstufe ihrer Verstandesseelen w&auml;re das pl&ouml;tzliche Auftreten einer anarchischen Lebenshaltung dabei durchaus ein m&ouml;gliches Ph&auml;nomen, mit dem man <span>innerhalb der Eliten,&nbsp;</span>ohne die streng disziplinierenden internen Regeln, rechnen m&uuml;sste. Jegliche Form von anarchischer Tendenz k&ouml;nnte aber zur Aufl&ouml;sung einer Elitegruppe f&uuml;hren, weshalb jedes Mitglied bei Eintritt in eine solche Vereinigung zuerst lebenslange Treue geloben muss. Man will sich zwar als Gruppe &uuml;ber die vermeintlich ichlosen Massen erheben, doch innerhalb der Gruppe selbst soll es keine Ich-Entwicklung geben.&nbsp;Die moderne Demokratie, als nahezu perfekte Illusion einer Polykratie, verlagert demnach die politische Macht in die H&auml;nde einer erz-konservativen Elite, welche &auml;hnlich wie eine alte Monarchie strukturiert ist, jedoch unter striktem Ausschluss eines wahrhaft christlichen Leitprinzipes, wie der Br&uuml;derlichkeit aller Menschen.&nbsp;<br /><br />K&ouml;nnte es also jemals gelingen, einerseits die aktuellen Demokratien zu reformieren und auf eine Wahrheitsbasis zu stellen, und andererseits die elit&auml;ren Machtstrukturen in ihrer pr&auml;ponderanten Wirksamkeit einzuschr&auml;nken, dann f&auml;nde man sich dadurch nur noch st&auml;rker mit einem Problem konfrontiert, dessen Bl&uuml;te bisher von den Eliten unterdr&uuml;ckt wurde, und das allein in der seelischen Entwicklung der Menschen selbst begr&uuml;ndet ist: &nbsp;<br />Das wirkliche Grundproblem des Individualisierungsprozesses ist n&auml;mlich, dass der Einzelmensch, solange er sich nur naturbedingt und durch Nachdenken individualisiert hat, weder ein Ganzes sein <em>will</em>, noch ein Ganzes sein <em>kann</em>.&nbsp;<br /><br />Insofern er es nicht sein <em>will</em>, widerstrebt er der Ich-Werdung deshalb, weil er vom Gem&uuml;t her traditionell-christlich gestimmt ist. Solange er, weder durch einen verst&auml;rkten Gebrauch seiner &nbsp;Seelenkr&auml;fte, noch durch ernsthafte Besch&auml;ftigung mit der Anthroposophie, &nbsp;keine ersten Ans&auml;tze von Bewusstseinsseele entwickelt hat, kann er das heilende Element des Individualisierungsprozesses leider noch nicht einmal erahnen - und er f&uuml;rchtet dann ausschlie&szlig;lich die trennende Kraft der Individualisierung. Er will eben darum selbst im Grunde gar kein eigenst&auml;ndiges Ich werden, sondern ein Gruppenwesen bleiben, will aber gleichzeitig auch nicht anerkennen, dass ein Anderer wom&ouml;glich bereits auf diesem Wegen fortgeschritten sein k&ouml;nnte, ohne dass darunter seine N&auml;chstenliebe gelitten habe.&nbsp;<br /><br />Eine andere Situation entsteht, wenn der Mensch sich individualisieren will, aber nicht so recht kann: dann erscheint ihm jeder Mitmensch, der ihm auch nur einen kleinen Schritt im Individualisierungsprozess voran ist, bereits wie eine gef&auml;hrliche Konkurrenz f&uuml;r seine eigene ersehnte Ich-Entwicklung. Er glaubt sich in seiner Freiheitsentwicklung innerhalb eines universalen Ganzen bereits durch die Vorstellung eingeschr&auml;nkt, dass ein Anderer die Einheit mit diesem Ganzen schon in irgendeiner Form vollzogen habe. Der Gedanke, dass das Ganze selbst individuelle Eigenschaften an sich haben k&ouml;nnte, scheint ihm ganz unertr&auml;glich zu sein. Die Idee, dass Gott auch eine Person sein k&ouml;nnte, kann eine Seele nur leicht ertragen, solange sie selbst noch weit vor der Verstandesseelenentwicklung steht. Sobald diese sich aber zu regen beginnt, sieht der Mensch sich schon bald gezwungen, Gott in einen abstrakten Bereich zu verlegen. Selbst wenn er Jesus Christus als leiblichen Gottessohn anerkennt, muss er doch im selben Moment die Idee des Vatergottes ins Metaphysische verdr&auml;ngen. Falls er nun das G&ouml;ttliche sogar in sich selbst zu sp&uuml;ren beginnt, dann kann der Mensch sogar den abstrakten Vatergott nicht mehr &nbsp;ertragen. Es kann ihm dabei also ein Bezug zum G&ouml;ttlichen zeitweise ganz verloren gehen, und er wird zwangsl&auml;ufig zum Atheisten. Im Zustande der Verstandesseelenentwicklung m&uuml;sste es der Mensch als eine unertr&auml;gliche Beeintr&auml;chtigung seiner Freiheit empfinden, wenn Gott als Mensch vor ihm stehen w&uuml;rde. Daher war auch in Palestina die Freude angesichts Jesu Christi keine weit verbreitete gewesen! Diese Tatsache ist ebenso der Grund, warum sich in der Vergangenheit alle sch&ouml;pferischen Geistwesen stufenweise aus dem Bewusstseinsfeld des Menschen zur&uuml;ckziehen mussten. Jetzt, w&auml;hrend des neuen, christlichen Individualisierungsprozesses, erscheint das sch&ouml;pferische Prinzip jedoch wieder, n&auml;mlich als der ganzheitlich-werdender Mensch selbst. Derselbe innere Chrstus-Impuls, der anf&auml;nglich so leicht mi&szlig;verstanden wird, und zum Atheismus verf&uuml;hrt, kann, richtig erkannt, zu einem ganz neuen Verh&auml;ltnis zum G&ouml;ttlichen f&uuml;hren. Auch ein ganz gew&ouml;hnlicher Mitmensch kann darum bereits von Vielen als st&ouml;rend empfunden werden, sobald er nur ein wenig geistige Autonomie erlangt hat. Um wieviel mehr muss der normale Egoismus sich also durch Rudolf Steiner selbst gest&ouml;rt f&uuml;hlen, falls sein wahres Wesen erahnt wird!<br /><br />In einer wirklichkeitsnahen Polyarchie des Guten m&uuml;sste man demnach mit dem Umstand rechnen, dass durchaus nicht alle Menschen einen wirklichen Anspruch auf Selbstbestimmung erheben. Ein Gro&szlig;teil ist allzu gerne bereit, Autorit&auml;ten zu gehorchen. Man stellt sich jedoch kindisch vor, diese Autorit&auml;ten mehrheitlich, oder mittels irgendeines allgemein anerkannten, objektiven Beurteilungssystems, ermitteln zu k&ouml;nnen. Man m&ouml;chte als Person geh&ouml;rt und respektiert werden, aber ohne dabei die ganze Verantwortung f&uuml;r das eigene Leben &uuml;bernehmen zu m&uuml;ssen. Daher ist die Idee der Basis-Demokratie nur beliebt bei im Leben unerfahrenen Menschen, aus welchen Grund auch immer. Anders w&auml;re hingegen die Lage, wenn man es nur mit einer Ansammlung von bereits gen&uuml;gend individualisierten Menschen zu tun h&auml;tte: dann k&ouml;nnte man ein polyarchisches System entwickeln, bei dem potenziell alle mitentscheiden d&uuml;rfen, aber f&uuml;r diese Entscheidungen auch die relative Verantwortung tragen m&uuml;ssten.&nbsp;<br /><br />Man h&auml;tte es somit auch in einer Welt, in der die Eliten nicht alles bestimmen, trotzdem mit diesen zwei verschieden Sorten von Menschen zu tun, von denen die eine Sorte Verantwortung f&uuml;r ihr eigenes Leben tragen will und die andere Sorte nicht. Wobei stets erschwerend hinzu kommen w&uuml;rde, dass auch jene, die keine Verantwortung tragen wollen und k&ouml;nnen, sich trotzdem dazu berechtigt f&uuml;hlen, &uuml;berall mitzureden. Die aktuellen Machteliten haben dieses leidige Problem dadurch gel&ouml;st, dass sie jene, die mehr oder weniger unf&auml;hig sind, Eigen-Verantwortung zu &uuml;bernehmen, wie eine vernunftlose Herde behandeln, der man vorgaukelt, dass alles stets nur zu ihrem Besten geschehe, w&auml;hrend sie die anderen, die schon Verantwortung &uuml;bernehmen wollen und auch k&ouml;nnten, weil sie bereits des eigenst&auml;ndigen Nachdenkens f&auml;hig sind, davon abh&auml;lt, jemals irgendeine f&uuml;hrende Rolle einnehmen zu k&ouml;nnen, indem man sie systematisch schw&auml;cht und im Notfall auch gewaltsam unterdr&uuml;ckt.&nbsp;<br /><br />Diese zynische und gewaltvolle L&ouml;sung kann einen Mensch, der, in wahrer Ich-Entwicklung stehend, weiss, wie wichtig die N&auml;chstenliebe ist, nicht befriedigen. Die L&ouml;sung kann darum in nichts anderem bestehen, das aktuelle demokratische System zu reformieren und dabei die meiste Energie darauf zu verwenden, m&ouml;glichst viele Menschen in einen geistigen Zustand zu versetzen, dank dessen sie m&ouml;glichst bald in der Lage sein werden, erstens vern&uuml;nftig bei den meisten Themen des politischen und wirtschaftlichen Lebens mitdenken zu k&ouml;nnen, - indem sie ihren gesunden Menschenverstand benutzen -, und zweitens, einen inneren Mut und festen Glauben an das Gute zu entwickeln, der es ihnen erleichtern wird, den Gefahren des Lebens als verantwortungsbewusste Menschen ins Auge zu schauen.&nbsp;<br /><br />Gleichzeitig m&uuml;ssen die schon mehr individualisierten Menschen bei sich selbst ernsthaft jene Kr&auml;fte pflegen, welche letztendlich zum Erwachen der Bewusstseinsseele f&uuml;hren k&ouml;nnen, aber dabei jene Kr&auml;fte nicht vernachl&auml;ssigen, die man auch heute noch aus der Verstandesseele ziehen kann. Keinesfalls darf das Reich der Verstandesseele ganz den Widersacherm&auml;chten &uuml;berlassen werden.&nbsp;<br /><br />Im kleineren Kreise, ohne elit&auml;r zu handeln, k&ouml;nnte das polyarchische Model, welches sich von der modernen Demokratie dadurch unterschiedet, dass man die realen geistigen Grenzen der Menschen anerkennt und liebevoll ber&uuml;cksichtigt, dazu f&uuml;hren, parallel zu den bestehenden, neuartige Gesellschaftsstrukturen aufzubauen, innerhalb derer man sich, zumindest partiell, von den negativen Einfl&uuml;ssen der Eliten abzuschirmen versuchen w&uuml;rde. In einem allgemeinen Umfeld geschw&auml;chter Eliten, wie man sich es f&uuml;r die allern&auml;chste Zeit vielleicht erhoffen darf, k&ouml;nnte ein solches Unterfangen umso leichter gelingen. Es w&uuml;rden sich in einem solchen innovativen politischen Mikrokosmos also vern&uuml;nftige, selbstbewusste und verantwortungsf&auml;hige Menschen zu einem gemeinsamen Handeln vereinen wollen, welches unerforschte Dynamiken entfesseln k&ouml;nnte, die bisher, aufgrund des rein individuellen Vorgehens der schon entwickelteren Individualisten, ungenutzt geblieben sind. &nbsp;<br /><br />Die Verbindung einer refomierten Volksdemokratie und kleinerer polyarchischer Einheiten best&uuml;nde darin, dass man von der Verstandesseele viele neue geistige Tunnel zur Bewusstseinsseele bauen w&uuml;rde und gleichzeitig soziale Verh&auml;ltnisse f&ouml;rdern w&uuml;rde, die es erlauben, dass durch dieses Streben geborene Fragen auf lebendige Antworten sto&szlig;en k&ouml;nnen.</div>]]></content:encoded></item></channel></rss>