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fundamentale anthroposophie

Die ich-aktivierung

22/12/2025

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Das Problem der Menschwerdung dreht sich um die Ich-Aktivierung. Es soll dem Astralleib eine Autorität übergeordnet werden. Diese Autorität ist die Identität mit der Welt, in der wir Menschen leben, sowohl vor dem Tod als auch nach dem Tod. Die Autorität des Ich präsentiert sich, genauso wie die Welt, zunächst kollektiv. Der Mensch soll das Ich individualisieren, denn nur auf diese Weise kann er sich befreien. Befreien aus dem Zustand der Geschöpflichkeit. Dass die Geschöpflichkeit, als Seinszustand, zu einem Problem werden konnte, ist nicht von ihr selbst als Idee verursacht. Dem Tier stellt sich das Problem der Freiheit vom Astralleib nicht, sein Wesen ist identisch mit dem Astralleib. Das Ich des Tieres muss sich nicht individualisieren, weil es nicht an einen einzelnen Leib gebunden ist. Die Individualisierung des Menschen ist nur deshalb notwendig geworden, weil Luzifer dazu beigetragen hat, die Seele des Menschen an das leibliche Leben zu binden. Die dadurch verursachte Absonderung der menschlichen Seele von der Gesamtwelt hat im Astralleib ein Spiegelbild des Ich hervorgebracht, welches von seinem Grundwesen her zwar dem Ich entspricht, in seinen Eigenschaften aber diesem Grundwesen widerspricht. Dem Ego, als gespiegeltes Ich, fehlt die Identität mit der Welt, weshalb ihm die Welt als eine von ihm selbst unabhängige Umwelt erscheint. Während dieser Aspekt des Zustandes der Geschöpflichkeit von jedem Menschen leicht beobachtet werden kann, wird die Grundwesenheit des Egos nur sehr schwer erkannt. Erlebt wird diese Grundwesenheit meist nur in ihren negativen Auswirkungen, welche darin bestehen, dass eine Einzelperson, die mit einem solchen Ego ausgestattet ist, ihren Anspruch auf Identität mit Welt gelten machen will. Da bei einer Einzelperson eine solche Identität jedoch nicht gegeben ist, weil sich ihr Ich-Bewusstsein auf ihre Identität mit einem einzelnen menschlichen Leib stützt, könnte die eingeforderte Identität mit der Welt nur dadurch erlangt werden, dass sich die Welt den Eigenschaften dieser Einzelperson anpasste. Der Egoismus ist der Ausdruck für diesen Versuch des Ego, dem die Welt allerdings nicht entgegenkommen kann, weil das ursprüngliche All-Ich andernfalls seine Gesamtwesenheit aufgeben müsste. Würde die Welt dem Wunsch des Egoisten nachgeben, müsste sie verschwinden. Es würde nur diese einzige Person übrigbleiben, deren Welt jedoch so mangelhaft wäre, dass sie den Leib, auf den sich deren Ich-Bewusstsein stützt, niemals erhalten könnte. Sowohl die Umwelt als auch das Ich müssen sich darum dem Einzelmenschen wie etwas manifestieren, das ihm um- und übergeordnet ist. Obwohl das Ich das Grundwesen des einzelnen Egos ist, erscheint es dem Einzelmenschen zunächst wie eine fremde Autorität. Die fundamentale Kulturarbeit, um den Mensch über den Zustand der Tierheit hinaus zu bringen, hat darum in der Vergangenheit darin bestanden, ihn zu lehren, jene Autorität des Welten-Ichs anzuerkennen, indem man ihn auf seine eigene Nicht-Identität mit der Welt hinwies. Es war einst eine fundamentale Aufgabe der Menschheitserziehung, die Menschen soweit zu bringen, den Schöpfer der Welt nicht mit ihrem eigenen Ich zu identifizieren. Da jener Schöpfer jedoch nirgendwo in der sinnlich erfahrbaren Welt zu finden war, haben ichstarke Menschen die Rolle übernommen, den Schöpfer leiblich in der Welt zu vertreten. Da nun aber eine solche Rolle unabweichlich mit großer Macht verbunden ist, hat es immer Menschen gegeben, welche die Rolle des Vertreters Gottes auf Erden nur darum einnehmen wollten, um dadurch ihrem eigenen Egoismus zu nutzen. Die Rolle des Priesters oder des Gottkönigs wurde darum ganz besonders beliebt bei den am wenigsten ichstarken Menschen, während die normal entwickelten Egoisten eher lernten, sich damit abzufinden, nicht selbst im Zentrum der Welt zu stehen. Die normalen Egoisten beschränkten ihren Egoismus auf ihr mehr oder weniger nahes Umfeld, und rechtfertigten diesen Missbrauch ihrer Umwelt gerne mit ihrer eigenen Unterordnung unter Gott, den Gesamtschöpfer, oder, dementsprechend, unter die herrschende Priesterkaste oder/und das herrschende, gewaltbasierte, Regierungssystem. Der Anspruch auf die Vertretungsgewalt des Schöpfer-Ichs auf Erden ordnete sich hierarchisch, das Ideal einer höheren geistigen Welt nachahmend, wodurch einer maximalen Anzahl von Egoismen erlaubt werden konnte, ihren Anspruch auf Identität mit der Welt in kleinen und größeren Bereichen geltend zu machen, ohne deshalb in einem andauernden Kriegszustand leben zu müssen. Die gesamte soziale Ordnung baute sich somit auf Autoritätsgläubigkeit auf, welche es jedem, der sich der jeweils höheren Autorität unterordnete, ermöglichte, seinen eigenen Egoismus im persönlichen Umfeld zu verwirklichen. Dieses Machtsystem war Jahrtausende lang die einzig allgemein als gut anerkannte soziale Struktur, und wurde darum das richtige, gerechte und rechtschaffende Leben genannt. Währenddessen wirkte seit jeher, überbewusst, die eigentliche Autorität des Ich in jedem einzelnen Menschen, als individuelle Möglichkeit, welche von jeglicher Autorität unabhängig ist. Diese Autorität des Welten-Ichs musste einmal in der Welt als Person erscheinen, um die Menschen, welche es, in der Außenwelt lebend, immer mehr vergessen hatten, daran zu erinnern, dass die höchste Autorität des Lebens potenziell in jedem einzelnen Individuum steckt. Das Welten-Ich, der Christus, musste die Erdenmenschen, selbst als Person erscheinend, an ihre Aufgabe der Menschwerdung erinnern, bei der sie das astralisch Tierhafte überwinden müssen. Dieser Christus-Impuls bringt den Mensch zunächst in einen Kontrast zu jedem bestehenden autoritären Machtsystem, sei es nun berechtigt, durch seinen Bezug zu höheren Welten, oder auch nicht. Sowohl die bösen als auch die guten Autoritäten dieser Welt müssen mit dem Christus-Impuls als einer Kraft rechnen, welche jegliche Form des Kollektivismus sprengen will. Der Christus manifestiert sich im Ego als eine Kraft, welche die Grundwesenheit des Menschen soweit ausdehnen möchte, bis das Einzel-Ich mit der Welt identisch ist. Diesem Versuch der Befreiung aus dem Zustand der Absonderung des einzelnen Ich-Bewusstseins stellt sich jedoch alles entgegen, was dieses Ich-Bewusstsein erst möglich gemacht hat. Die Schwierigkeit, welche die Seele ab diesem Entwicklungspunkt zu meistern hat, besteht darin, die Identität des Ich mit der Welt neu zu erobern, ohne dabei das Ich-Bewusstsein wieder zu verlieren, welches anfänglich auf der Nicht-Identität mit der Welt basieren musste. Von der Sichtweise des Astralleibes aus wird die Ich-Aktivierung wie ein Unterwerfungsakt unter eine höhere Autorität erlebt, die sich substanziell nicht von den anderen weltlichen Autoritäten unterscheidet. Selbst wenn sich der Egoismus bereits davon überzeugt hat, dass sich in dem Ich das eigentliche Wesen des Menschen manifestiert, wehrt er sich trotzdem gegen sein höchstes Gut. In seiner Not kann der Astralleib soweit gehen, den Christus sowohl als Weltenwort-Schöpfer, als auch als innersten Wesenskern des Menschen-Ichs zu verleugnen. Es wird dadurch der Mensch somit nicht nur atheistisch, sondern letztendlich auch ich-los. Das eher neue Phänomen der selbst auferlegten Ichlosigkeit bereitet dem Mensch mehr Probleme als der klassische Atheismus. Die Seele, die sich selbst nicht mehr erlaubt, sich wie ein Ich zu erleben, weil sie keinen essentiellen, qualitativen Unterschied zwischen Tier und Mensch mehr anerkennen will, gerät in stärkste Identitätsprobleme, weil sie sich plötzlich nicht einmal mehr mit ihrem eigenen Leib identifizieren kann, was zwar eine Illusion ist, aber eben doch bisher für ein gesundes Lebensgefühl fundamental gewesen war. Da aber im Untergrund der Seele, trotz alles Verleugnens seiner Wesenhaftigkeit, doch das schöpferische Ur-Ich wirkt, kann es jetzt soweit kommen, dass der Mensch sogar seinen naturgegebenen Leib den eigenen willkürlichen Vorstellungen anpassen will. Der Zweifel an allem Vorgegebenen macht also nicht einmal vor dem eigenen Gattungsleib halt. Solchem zerstörerischen Zweifel Einhalt zu gebieten, dafür sorgte man in der traditionellen Erziehung damit, indem man alles Mögliche veranstaltete, um beim Menschen die Entwicklung eine starken Ichgefühls zu verhindern. Der Mensch sollte stets seinen Lebenssinn in irgendeiner Form von Kollektivität finden. Seit aber das einst überbewusste Welten-Ich sich mit der Erde verbunden hat, und somit im Unterbewusstsein jedes Menschen lebt, ist eine Intensivierung des Ich-Gefühls nicht mehr zu verhindern. Zum rechten Leben gesellt sich darum schon seit einiger Zeit schon ein sogenanntes linkes Leben hinzu, in dessen Bahnen aber zunächst nicht der Christus auflebt, sondern, mit ganz neuem Schwung, Luzifer. Solange der Christus-Impuls nicht aus dem Unterbewusstsein ins gewöhnliche Tagesbewusstsein empor dringen kann, nutzt Luzifer das neugeartete Innenleben des Menschen um seinen alten Plan, den Mensch gegen seine Schöpfer zu wenden, ebenfalls ganz neu zu beleben. Damit aber der Christus-impuls nicht in seiner wahren Form erscheinen könne, muss Luzifer den neuartigen, links-progressiven Individualismus, der sich dem altherbrachten, rechts-konservativen Gesellschaftsleben entgegenstellt, ebenfalls in eine kollektivistische Form bringen. Dadurch erreicht Luzifer, dass der Christus nicht als die den Mensch befreiende Kraft im Inneren des Individuums aufsteigen könne. Die Entwicklung des Individualismus wird kollektiv geregelt, und somit um ihren innersten Wesenskern gebracht. Zur Autorität der linken Gesellschaftsform wurde ursprünglich das rationale Denken erhoben. Dieser Prozess begann bereits in der griechischen Antike, hat aber seine aktuelle Form erst im 13. Jahrhundert angenommen. Der Logos, als Urgrund alles rationalen Denkens, ist bei jedem neuen Schritt nach links präsent, um erkannt werden zu können, wird aber von Luzifer stets mit neuen Taktiken verborgen. Allen luziferischen Taktiken gemeinsam ist die Verhinderung der Möglichkeit, dass der Mensch sich in seinem Wesenskern als Ich erkenne und somit seine ihm eigene, potenzielle, Identität mit der Welt bemerke. Sowohl die rechte als auch die linke Vorstellungswelt erlaubt es somit nicht, dass der Mensch von der Ich-Vorstellung zur Realität des Ich-Seins durchdringe. Stets wird der Ursprung des eigenen Lebens im Nicht-Ich vermutet. Die Ich-Aktivierung innerhalb der menschlichen Wesenheit wird von den Widersachern des Menschen verhindert, damit sie weiterhin von den überbewussten und unterbewussten Bereichen auf ihn einwirken können. 
Nicht ohne Überraschung wird nun jener linke Egoist, der sich als Atheist der Welt gegenüberstellt hat, weil er die Machtrechtfertigung aller rechten, traditionellen Gesellschaftsstrukturen anzweifeln wollte, feststellen müssen, - sobald es ihm gelungen ist, die luziferischen Widersachermächte soweit zurückzudrängen, dass er wieder vernünftig und vorurteilslos denken kann -, dass es jene hierarchische höhere Geisteswelt, auf welche sich alle weltlichen, hierarchisch geordneten Machtpyramiden gerne offiziell als ihr Ideal berufen, tatsächlich gibt! Er muss verblüfft erfahren, dass den Lügen der machtsüchtigen Herrscher eine wahre Realität unterliegt. Er erkennt, dass ihre größte Lüge vor allem darin besteht, ihre Autorität auf eine höhere Wirklichkeit zu beziehen, der sie selbst entgegenarbeiten. Doch existieren tut diese höhere Wirklichkeit tatsächlich! Das Problem der Tradition und des Konservatismus ist nicht, dass man die Wahrheit tradiert und das Gute und Schöne konserviert, sondern dass das tradierte und konservierte Kulturgut sich vom Geist der Wahrheit sehr weit entfernt hat. Man tradiert Lügen zusammen mit Wahrheiten, und man konserviert am meisten von allem die Unmöglichkeit, den Geist der Wahrheit wieder neu zu beleben.
Wie konnte aber überhaupt eine solche höhere Welt entstehen, die es nicht nötig hatte, auf dem Weg zum Ich durch die leibliche Abgesondertheit zu gehen? Ein Beispiel wurde bereits genannt: das Ich einer tierischen Gruppenseele inkarniert sich nicht in einem einzelnen Tier. Ebenso gibt es Gruppenseelen von Pflanzen und Mineralen, denen es genügt, sich in noch größeren Zusammenhängen auf der Erde zu erleben. Ihr Ich steigt nicht bis in ein Einzelwesen hinunter. Es verbleibt in der geistigen Welt, hat aber trotzdem ein Ich-Bewusstsein. Ebenso gibt es noch höhere Wesen, die gar kein Ich benötigen, um ein Ich-Bewusstsein zu haben.
Es scheint also, dass das Welten-Ich sich nicht nur als unsere äußere Welt, mit all ihren Wesen manifestiere, sondern ebenso in sich selbst, in seiner Innerlichkeit, wesenhaft gegliedert sei, dass also die Ichheit selbst sich in reale Geistwesen organisiert habe, die nicht, wie wir, einen Leib mit einer vollständigen Ich-Organisation benötigen, sondern denen als Leib vielleicht nur ein Tropfen Wasser genügt. Und es scheint, dass es noch höhere Wesen gibt, die nicht einmal die Identität mit dem kleinsten Teil unserer Welt benötigen. All jene höheren Wesen sind in einen kollektiv-individuellen Seinszustand, sie haben ein Ich-Bewusstsein, ohne aus dem Kollektiv heraustreten zu müssen. Ihr Kollektiv hat seinen Ursprung im Schöpfer selbst, und nicht in seiner Schöpfung, wie bei uns. Die höchste Hierarchie lebt in direkter Kontemplation der schöpferischen Trinität, während wir im Allerkleinsten beginnen müssen, den schöpferischen Gedanken in seiner Identität mit dem Gedachten zu erleben. Dort wo das Gedachte sich leblos manifestiert, wie bei einem vom Menschen geschaffenen, mineralischen Gegenstand, ist das einzig Lebendige der erfinderische Gedanke selbst, während bei einer Pflanze das Leben auch im Sinnesobjekt selbst zu beobachten ist. Daher kann die Konzentration auf einen leblosen, vom Menschen geschaffenen Gegenstand, direkt in die geistige Welt hinein führen. Man kann in diesem Fall das Leben des Gedankens nicht mit dem Leben des Gegenstandes verwechseln, eben weil der Gegenstand kein Leben besitzt. Mit dem Erkennen des lebenden Gedanken hat sich die Seele aber bereits in die Welt der nächst höheren Hierarchie hineinversetzt, in jene der Engel. Mit dem Erkennen des lebenden Gedankens beginnt die Ich-Stärkung des Menschen. Der Mensch begibt sich auf den Weg der bewussten Vereinigung mit der Welt. Und aus dem Bewusstsein einer solchen Vereinigung heraus, will er in der Welt noch mehr wirken, als nur leblose Gegenstände im Mineralreich zu produzieren. Da er als Einzelperson stets auch einem Kollektiv angehört, ist es sehr naheliegend, dass er auf dieses Kollektiv formschaffend Einfluss nehmen will. Er wird zum Kulturträger. Dabei stößt er aber sofort auf ein erstes Problem: auf welche Seite will er sich positionieren? Rechts oder Links? Will er als Rechter eher dafür Sorge tragen, dass sich die geistige Welt, als gegliedertes Wesen des Weltenschöpfers besonders korrekt in den Erdenverhältnissen spiegele, oder will er lieber, als Linker, den Widerspruchgeist des Einzelmenschen fördern, aus dem allein der innere, freie Schöpfer des Neuen emporsprießen kann? Allein der Christus, der als Sohn des Weltenschöpfers sowohl im inneren der menschlichen Seele lebt, als auch in der Außenwelt identisch mit der gesamten Erde ist, wird ihm bei diesem Problem helfen können! Allein der Christus kann ihm helfen, dass auch der neueste Gedanke ein perfekter Ausdruck des ursprünglichen, väterlichen Schöpfungswillen werde. Dieser Zusammenhang wird möglich Dank des Heiligen Geistes, welcher als Mutter sowohl diese Welt, wie auch jede andere Welt will, die in keinem Widerspruch zum dem Einen Sohn steht, der so ist, wie es dem Vater gefällt, und darum die einzig mögliche Wirklichkeit verkörpert. 
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